content top

Der Origami Roboter und dessen Zukunft

Wenn man zu allererst von einem Origami Roboter hört, denkt man wahrscheinlich, dass es sich dabei, um eine unnütze Erfindung handelt, die nur zum Spaß entwickelt wurde. Doch das stimmt so nicht, denn solch ein Origami Roboter könnte in der Zukunft Leben retten. US-Forscher der Harvard University haben einen Roboter entwickelt, der aus einer flachen Position aufstehen und sich dann zu einem stehenden Objekt entfalten und sich fortbewegen kann. Dabei besteht der Origami Roboter nur aus dem Kunststoff Polystyrol und Papier. In der Mitte befindet sich der bewegliche elektronische Schaltkreis. Inspiriert wurden die Wissenschaftler neben der Natur (z. B. durch Blätter und Flügel) auch von der japanischen Faltkunst „Origami“.

Was ist Origami?

Inspiration Origami Roboter Kranich

Origami wurde als Vorbild für den Origami Roboter genutzt (c) Günter Rehfeld/ pixelio.de


Um das Prinzip dieser vorteilhaften Technik und die Origami Roboter zu verstehen, muss man erst einmal die Kunst des Origamis erklären. Das Wort kommt aus dem Japanischen, wobei „Oru“ für „falten“ und „Kami“ für „Papier“ steht. Man geht davon aus, dass diese Kunst ursprünglich aus China kam und seit dem 1. oder 2. Jahrhundert existiert. Mit der Zeit schwappte die Kunst dann nach Japan rüber. Durch Falten eines Papierstückes entstanden dann zwei- oder dreidimensional gefaltete Papierkraniche, Papiersterne uvm. Mit der Zeit wurden immer mehr Varianten entwickelt, wie man das Papier zu Blumen, Tieren oder anderen Objekten falten kann. Auf Kleben und Schneiden wird hier komplett verzichtet. Inzwischen versucht man die Kanten weicher und damit realistischer wirken zu lassen, indem man das Papier vor dem Falten mit Wasser befeuchtet. Vor dem Origami Roboter wurde bereits ein Spezialpapier so programmiert, dass sich ein Origami-Boot daraus zusammenfaltet (mehr dazu hier).

Funktionsweise: Origami Roboter

Der Origami Roboter wurde so programmiert, dass sich dessen Scharniere im flachen Zustand auf 100 Grad Celsius erhitzen. Die Schwierigkeit lag vor allem darin, dass die Elektronik nicht von der Hitze beschädigt wird. Daraufhin richtet sich der Origami Roboter auf und kann sich 5,4 cm pro Sekunde mit 2 Motoren fortbewegen. Das sind zwar nur ca. 0,12 Kilometer pro Stunde, aber trotzdem ein großer Schritt für zukünftige Projekte. Nach vier Minuten ist der Origami Roboter dann wieder abgekühlt. Ein Video dazu, wie sich der Origami Roboter fortbewegt, gibt es auf dieser Seite.

Verwendung : Origami Roboter in der Zukunft

alter Roboter schwer

Der Origami Roboter ist kleiner und leichter als die alten großen Roboter (c) Dieter Schütz/ pixelio.de


Forscher erhoffen sich viel von einem Origami Roboter für die Zukunft. So könnten diese zusammengefaltet in den Weltraum bzw. auf einen Planeten fliegen und sich dort ausfalten und Daten zur Umgebung sammeln oder Bilder aufnehmen. Auch möglich wären entfaltbare Satelliten. Auf der Erde könnten Origami Roboter in Katastrophengebieten in Einsatz kommen oder Menschen nach einem Erdbeben aus Erdspalten helfen. Weiterhin sind einfache Haushaltshilfen damit denkbar, wie entfaltbare elektronische Feger oder dass sich Möbel selbst aufbauen können. Die Vorteile eines Origami Roboters sollen in Zukunft Folgende sein:

  • Preisgünstig bzw. geringe Materialkosten
  • Klein und schmal, aber trotzdem stabil
  • Schnell
  • Leicht zu transportieren
  • Leicht vom Gewicht her

Ein weiterer Traum der Entwickler wäre es, wenn es einen Laden gäbe, bei dem man einen solchen Origami Roboter in Auftrag geben kann und seine Wünsche, was sie machen sollen, dem Händler mitteilen kann. Leider kann es noch einige Zeit dauern, bis der Origami Roboter zum Einsatz kommen kann. Der jetzige Prototyp ist noch recht langsam und kann sich noch nicht zurückfalten.
 

Makromarkt für Weiterleser

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.